Ein gutes Date-Menü beginnt nicht am Herd, sondern am Donnerstag mit einem Zettel. Wer am Samstag um 17 Uhr merkt, dass der Reis fehlt, kocht gestresst, und wer am Freitag alles einkauft, hat am Samstag matschige Beeren. Diese Seite ist der Zettel: eine Liste, die für die Rezepte auf dieser Seite reicht, ein Budget, das stimmt, und die drei Zürcher Märkte, auf denen sich der Weg lohnt.
Zürich ist teuer, das weiss jeder. Aber ein Abendessen für zwei aus dem eigenen Herd bleibt trotzdem der günstigste Weg, jemanden gut zu bewirten. Und auf dem Markt kaufst du nicht billiger als im Grossverteiler, aber besser, und du hast dabei schon etwas zu erzählen.

Die Liste ist in vier Blöcke geteilt, weil man in vier verschiedenen Ecken des Ladens ist. Sie reicht für das 3-Gänge-Menü plus einen kleinen Apéro-Teller vorneweg.
Frisch, vom Markt oder aus der Gemüseabteilung: 250 g Cherrytomaten, 250 g Pilze (Champignons, oder Steinpilze, wenn Saison ist), 1 Schalotte, 1 Knoblauchzehe, 1 Bund Basilikum, 1 Bund glatte Petersilie, 1 Bio-Zitrone, 150 g Beeren, ein paar Radieschen.
Kühlregal und Käsetheke: 1 Burrata, 50 g Parmesan am Stück, 150 g Mascarpone, 1 dl Vollrahm, 50 g Butter, 100 g Gruyère oder ein anderer Hartkäse für den Apéro, 60 g Bündnerfleisch.
Trockenware: 180 g Risottoreis (Carnaroli), Gemüsebouillon, Olivenöl, Puderzucker, Butterguetzli, eine Handvoll Baumnüsse, grobes Meersalz.
Getränke und Brot: 1 Flasche trockener Weisswein (1 dl fürs Risotto, der Rest fürs Glas), 1,5 Liter Mineralwasser, Süssmost oder Sirup, 1 Sauerteigbrot, 1 kleiner Zopf.
Fehlt auf der Liste: Salz, Pfeffer, Zucker, Zwiebeln, Kaffee. Das setze ich als vorhanden voraus, und wenn nicht, dann ist es Zeit, den Vorrat aufzufüllen.
Für die Liste oben zahlst du in Zürich zwischen 55 und 75 Franken, je nach Laden und je nachdem, ob du Champignons (rund 4 Franken) oder Steinpilze (rund 15 Franken) nimmst. Der Wein macht 12 bis 20 Franken aus, die Burrata 5 bis 7, das Bündnerfleisch 7 bis 9, der Käse 5 bis 6. Der Rest sind Kleinbeträge, die sich summieren, vor allem die Kräuter und die Beeren.
Sparen kannst du beim Wein (eine Flasche für 10 Franken tut es fürs Risotto und fürs Glas), beim Käse (Mittelklasse statt Rohmilch-Gruyère 18 Monate) und bei den Pilzen. Nicht sparen solltest du beim Parmesan, bei der Burrata und beim Brot. Das sind die drei Dinge, die man am Tisch sofort schmeckt. Zum Vergleich: Ein Abendessen zu zweit im Restaurant im Kreis 4 kostet mit zwei Gläsern Wein selten unter 140 Franken. Der Herd gewinnt, auch wenn du die Stunden nicht zählst, die du in der Küche stehst.
Zürich hat mehr Wochenmärkte, als die meisten denken. Für ein Date-Menü lohnen sich drei, weil sie das Gemüse, den Käse und das Brot an einem Ort haben. Tage und Zeiten stehen aktuell auf der Seite der Stadt Zürich, hier die Kurzfassung aus meiner Erfahrung.
Mein Markt, weil er im Kreis 4 liegt und weil er der Markt für Leute ist, die kochen, nicht für Touristen. Dienstag- und Freitagvormittag, mit Gemüse aus dem Zürcher Umland, mehreren Käseständen, Bäckern, einem Stand mit Pilzen im Herbst, der die Steinpilze im Körbchen verkauft. Hier kaufe ich Tomaten, Kräuter, Pilze und den Käse für den Apéro. Früh kommen lohnt sich, um 10 Uhr ist das Beste weg.
Am See, ebenfalls Dienstag- und Freitagvormittag, mit mehr Blumen und mehr Leuten in Mänteln. Die Qualität ist hoch, die Preise sind es auch. Hier gibt es den besten Stand für Beeren, den ich kenne, und mehrere Blumenstände, was zum Thema passt: Ein kleiner Strauss auf dem Tisch ist kein Kitsch, wenn er vom Markt kommt und nicht in Folie aus dem Tankstellenkübel.
Der Markt auf dem Marktplatz Oerlikon läuft am Mittwoch- und Samstagvormittag, und der Samstag ist für Berufstätige der einzige Markttag, der wirklich passt. Grosses Angebot, viele Stände aus dem Weinland und dem Zürcher Unterland, weniger Gedränge als in der Innenstadt. Wer nördlich der Stadt wohnt, hat hier alles, was die Liste braucht, inklusive Zopf und Bündnerfleisch.
Was auf dem Markt teurer ist als im Laden: Beeren, Pilze, Käse. Was gleich teuer oder günstiger ist: Saisongemüse, Kräuter im Bund, Brot. Und was es nur dort gibt: das Gespräch mit der Person, die den Käse gemacht hat. Wer an einem Samstagmorgen mit seinem Date über den Markt geht, hat schon vor dem Kochen ein zweites Date hinter sich.
Alles Haltbare kaufst du am Donnerstag oder Freitag: Reis, Bouillon, Öl, Wein, Guetzli, Käse, Bündnerfleisch. Der Käse darf ruhig zwei Tage im Kühlschrank liegen, er wird davon nicht schlechter. Auch die Mascarpone und der Rahm halten, wenn sie nicht am Ablaufdatum sind.
Am Tag selber, also am Samstag oder am Date-Tag, kaufst du fünf Dinge: die Burrata (sie ist am ersten Tag am besten und wird danach sauer), die Beeren (siehe oben), das Brot (Sauerteig vom Vortag geht, Zopf nicht), die Kräuter (Basilikum vom Vortag hängt) und die Blumen.
Eine Sache noch zum Zeitpunkt: Kauf am Date-Tag vor dem Mittag ein, nicht um 16 Uhr. Um 16 Uhr ist die Burrata weg, die Bäckerei hat nur noch Sandwichbrot, und du stehst im Laden mit der Liste in der Hand und ohne Alternative.
Wer öfter zuhause kocht, hält ein paar Dinge immer im Schrank: Risottoreis, gute Pasta, eine Dose Pelati, Olivenöl, Parmesan (eingeschweisst hält er Wochen), Kapern, eine Tafel dunkle Schokolade, Eier. Mit diesem Vorrat kannst du innerhalb von 40 Minuten ein Abendessen für zwei kochen, wenn das Date spontan sagt: «Ich hab noch nichts gegessen.» Das ist der Moment, in dem sich der Schrank bezahlt macht.
Und wenn du zum Einkaufen den Zug nimmst, weil der Markt in einer anderen Stadt liegt, dann plan die Rückfahrt mit dem SBB-Fahrplan und nimm eine Kühltasche mit. Burrata bei 25 Grad im Rucksack ist kein Genuss mehr, sondern eine Warnung.
Livia, 37, Zürich. Acht Jahre Gastronomie, heute Büro und Wochenendherd. Keine Kurse, keine Abende zum Buchen: Rezepte und ein ehrlicher Blick auf die Dating-Seiten.Sieben Plattformen, ein Betreiber im Hintergrund, keine Werbelinks. Zum Vergleich
Das Menü fürs erste Date steht in Etappen da: was man am Vorabend macht, was um 17 Uhr, was erst, wenn es klingelt.
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