Heute auf dem Herd: Risotto ai funghi, Parmesan nicht vergessen

C-Date Erfahrungen: mein Sommer 2022, Woche für Woche

Im Juni 2022 war ich seit zwei Jahren Single, hatte einen Balkon voller Basilikum und keine Lust auf eine Beziehung. Eine Freundin hat mir beim Apéro C-Date gezeigt, zwischen Oliven und einem Glas Weissen, und ich habe mich noch am selben Abend angemeldet. Hier ist der Sommer, wie er war, Woche für Woche, und darunter, was sich seither geändert hat. Vier Jahre sind im Online-Dating eine lange Zeit, darum trenne ich beides sauber.

Startseite von c-date.ch

Startseite von c-date.ch, aufgenommen im September 2026.

Was C-Date ist, kurz

C-Date ist eine Seite für unverbindliches Kennenlernen, und sie sagt das ohne Umweg: «Kein Zwang. Kein Festlegen.» Die Seite gibt es seit 2008, sie ist ab 18. Betreiberin ist die Interdate S.A. in Luxemburg, die Schwesterfirma der be2 S.à.r.l., gleiche Adresse, gleiche Geschäftsführung. Technik und AGB sind darum fast dieselben wie bei be2, nur das Ziel ist ein anderes.

Woche 1: Anmeldung und «Mein Typ»

Die Anmeldung dauert keine fünf Minuten. Einen Persönlichkeitstest gibt es nicht. Stattdessen kommt «Mein Typ»: Du wählst aus einer Galerie die fünf Bilder aus, die dich am meisten ansprechen, von klassisch über verspielt bis ziemlich wild. Damals hiess das noch «Fantasien». Aus dieser Auswahl und deinen Angaben zu Vorlieben entstehen die Vorschläge.

Ich fand das ehrlicher als hundert Fragen zu meinem Konfliktverhalten. Nach zehn Minuten wusste ich, woran ich bin, und die anderen wussten es auch. Ich habe einen Fantasienamen gewählt, mein Profilbild verschwommen gemacht und zwei Sätze geschrieben: dass ich gern koche und keine Lust auf Drama habe.

Woche 2: die Flut

In den ersten Tagen kamen viele Nachrichten, und ein Teil davon war plump. Ich habe schnell ein System entwickelt. Wer mit einer Frage zu meinem Profil anfängt, bekommt eine Antwort. Wer mit einem Kompliment zu Körperteilen anfängt, die ich nirgends gezeigt hatte, nicht. Wer nach drei Nachrichten nach meiner Telefonnummer fragt, auch nicht. Damit blieb etwa jede fünfte Nachricht übrig, und das waren die interessanten.

Woche 3 bis 6: die Treffen

Über den Sommer habe ich vier Männer getroffen. Einmal ein Bier am Letten, einmal ein Nachtessen bei mir (Pasta mit Zitrone und Basilikum, weil der Balkon voll war), zweimal eine Bar im Kreis 5. Mit zweien ist es bei einem Treffen geblieben, ohne böses Blut. Mit einem habe ich mich ein paar Wochen lang immer wieder gesehen, bis er nach Genf gezogen ist. Und einer ist bis heute ein guter Freund. Er kommt jedes Jahr an meinen Geburtstag und bringt Wein mit, den er zu teuer findet, um ihn selber zu trinken.

Was mich überrascht hat: Die Gespräche waren direkter als auf anderen Seiten, aber nicht unfreundlicher. Wenn alle wissen, was sie wollen, fällt das ganze Rätselraten weg. Man redet über den Abend, nicht über die Zukunft, und das ist erstaunlich entspannend.

August: warum ich aufgehört habe

Ende August habe ich mich nicht mehr eingeloggt. Nicht weil etwas schiefgelaufen wäre, sondern weil ich gemerkt habe, dass ich langsam doch wieder etwas Ernstes wollte. Das ist der Moment, in dem man die Seite wechseln sollte, und das habe ich ein Jahr später auch getan. Wo, verrate ich nicht. Welche Seiten dafür in Frage kommen, steht im Vergleich der Dating-Seiten.

Was heute gilt

Anonymität

Das ist bis heute der wichtigste Punkt. Kein Klarname nötig, Fotos lassen sich verpixeln, verschwommen zeigen oder mit Herzen überdecken und werden nur auf Anfrage einzeln freigegeben. Wer eine Foto-Anfrage bekommt, sieht zuerst ein verschwommenes Bild. Zürich ist klein, und ich hatte keine Lust, dass mein Chef mein Gesicht auf einer Casual-Seite sieht. Mit diesen Werkzeugen war das kein Thema.

Sicherheit

Auf der Startseite steht: «Wir prüfen alle Nutzer und Bilder. Ehrenwort!» Die Sicherheitsseite ist vorsichtiger: automatische Erkennung von Betrug und Erpressung, bestätigte E-Mail als Bedingung zum Schreiben, und bei Meldungen schaut ein Mensch hin. Das ist solide, aber keine Ausweiskontrolle. Meine Regeln für jedes erste Treffen, damals wie heute: öffentlicher Ort, eigene Anreise, eine Freundin weiss, wo ich bin, und ich gehe, wenn es sich komisch anfühlt.

Kosten

Ich habe damals nichts bezahlt, Frauen konnten gratis schreiben. Laut mehreren aktuellen Testberichten ist das immer noch so, auf den offiziellen Seiten habe ich es aber nicht schwarz auf weiss gefunden. Für Männer ist C-Date die teuerste Seite der ganzen Gruppe:

LaufzeitPro Monat, laut Testberichten
3 MonateCHF 130 bis 140
6 MonateCHF 100 bis 120
12 MonateCHF 80 bis 100

Mehrere Tester berichten von Rabatten um die 70 Prozent, die ein paar Tage nach der Anmeldung per Mail kommen. Wer es nicht eilig hat, wartet eine Woche. Das Abo verlängert sich automatisch um dieselbe Laufzeit. Gekündigt wird über «Verträge hier kündigen» im Seitenfuss oder schriftlich, bei Käufen in der App bei Apple oder Google. Die Frist steht beim Kauf. Profil löschen kündigt nichts.

Die Zahlen auf der Startseite

52 Prozent Frauen, 80 Prozent «Flirt-Erfolgsrate», über 15'000 Flirts am Tag: Das sind weltweite Zahlen aus den Jahren 2021 und 2022. Über die Schweiz sagen sie wenig. Die Erfolgsrate heisst nur, dass Premium-Mitglieder innerhalb einer Woche mindestens eine Antwort bekommen. Eine Antwort, kein Treffen. Testberichte schätzen rund 140'000 Mitglieder in der Schweiz, ohne Quelle.

Drei Tipps für die erste Nachricht

  1. Beziehe dich auf etwas im Profil. Wer schreibt, dass ich gern koche, und fragt, was ich zuletzt gekocht habe, hat meine Aufmerksamkeit.
  2. Sag, was du suchst, freundlich und klar. Auf C-Date ist das kein Tabu, sondern höflich.
  3. Schlag nach ein paar Nachrichten ein konkretes, kurzes Treffen vor. Ein Kaffee, ein Bier, eine Stunde. Wer wochenlang nur schreibt, verliert den Faden.

Passt zu dir, wenn…

  • du gerade keine Beziehung willst und das auch sagen kannst.
  • dir Diskretion wichtig ist.
  • du als Mann bereit bist, mehr zu zahlen als bei den Partnervermittlungen.

Wer eigentlich eine feste Beziehung sucht und sich nur nicht traut, es zu sagen, wird hier nicht glücklich. Für diesen Fall ist be2 oder eine der Schwestern der bessere Ort.

Mein Fazit

C-Date war für mich ein guter Sommer: keine grosse Liebe, das wollte ich auch nicht, aber nette Abende, ein Freund fürs Leben und die Erkenntnis, dass ich besser weiss, was ich will, als ich dachte. Die Seite hält, was sie verspricht, solange man sie nicht für etwas anderes hält. Und falls der Abend bei dir zuhause endet: Im Menü fürs erste Date steht, was man vorbereiten kann, damit man nicht die ganze Zeit am Herd steht.

Wer hier kocht

LiviaLivia, 37, Zürich. Acht Jahre Gastronomie, heute Büro und Wochenendherd. Keine Kurse, keine Abende zum Buchen: Rezepte und ein ehrlicher Blick auf die Dating-Seiten.
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Die Rangliste

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