Heute auf dem Herd: Risotto ai funghi, Parmesan nicht vergessen

be2 Schweiz im Test: was hinter «Love. Right. Now.» steckt

be2 ist in der Schweiz so etwas wie die Mehlsorte, aus der alle anderen Brote gebacken werden. eDarling, Academic Singles, Zusammen.ch, Verliebt ab 40, VerliebtAb30 und Aktiv & Verliebt laufen auf derselben Technik, mit denselben AGB und zum grossen Teil mit denselben Profilen. Wer be2 verstanden hat, hat das halbe Schweizer Online-Dating verstanden. Darum ist diese Seite länger als die anderen.

Damit du weisst, wie ich das beurteile: Ein eigenes be2-Konto hatte ich nie. Ich war 2021 auf eDarling, damals noch mit anderem Betreiber, und 2022 einen Sommer lang auf C-Date. Für diesen Text habe ich die Startseite, die AGB, die FAQ und die Preisangaben von be2 Zeile für Zeile gelesen, und das ist bei Dating-Seiten aufschlussreicher, als man denkt.

Startseite von be2.ch

Startseite von be2.ch, aufgenommen im September 2026.

be2 in einer Tabelle

Betreiberinbe2 S.à.r.l., 13 rue du Commerce, Luxemburg
SeitMitte der 2000er-Jahre, die Fusszeile sagt «2005»
Gesucht wirdeine feste Beziehung, laut Startseite kaum Casual Dates
Stärkste Altersgruppeungefähr 40 bis 60, laut Testberichten
GratisTest, Ergebnis, Vorschläge, Lächeln, Komplimente, Flirtfragen
Premiumab CHF 59.90 pro Monat (12 Monate)
Appja, iOS und Android
Kündigungspätestens 4 Wochen vor Ablauf

Die Anmeldung, Schritt für Schritt

  1. Wer bist du, wen suchst du. Zwei Klicks auf der Startseite, dazu E-Mail und Passwort. Schreiben kannst du erst, wenn die E-Mail bestätigt ist.
  2. Die Persönlichkeitsanalyse. Ein Fragebogen zu Gewohnheiten, Werten und dem, was dir in einer Beziehung wichtig ist. Wie viele Fragen es sind, veröffentlicht be2 nicht. Plan eine gute Viertelstunde ein und mach es nicht nebenbei im Tram, die Vorschläge werden sonst entsprechend.
  3. Ergebnis und Wunschpartner. Du bekommst eine Auswertung deiner Persönlichkeit und eine Beschreibung des Partners, der zu dir passen würde. Gratis und ohne Verpflichtung.
  4. Die ersten Vorschläge. Sie berücksichtigen Alter, Region, Einkommen und Aussehen. Ja, Einkommen und Aussehen. Das steht so auf der Startseite, und man kann es nüchtern oder unromantisch finden.

Gratis oder Premium: wo die Grenze liegt

Gratis siehst du, wer vorgeschlagen wird, wie gut ihr laut Matching zusammenpasst und ein paar Angaben zum Profil. Du kannst lächeln, ein Kompliment schicken oder eine der drei Flirtfragen stellen. Was du nicht kannst: Fotos sehen und frei schreiben. Das ist die Stelle, an der alle Gratis-Mitglieder irgendwann hängen bleiben.

Mit Premium kommen Fotos, unbegrenzte Nachrichten, Videoanrufe, eine Favoritenliste und die «Frage des Tages». Bei den Fotos gibt es eine Regel, die ich fair finde: Du siehst die Bilder anderer nur, wenn du selber eines hochgeladen hast. Und jedes Mitglied kann Teile seiner Fotos verschwommen machen oder ausblenden.

Die kleinen Funktionen, die niemand erklärt

In der FAQ stehen ein paar Dinge, die man erst merkt, wenn man mittendrin ist:

  • Matchingpunkte sind der Verträglichkeitswert zwischen zwei Profilen. Hoch heisst nicht verliebt, aber tief heisst meistens: Das wird anstrengend.
  • Flirtfragen sind drei vorgefertigte Fragen, mit denen du ein Gespräch anstossen kannst. Praktisch für alle, die vor einem leeren Nachrichtenfeld erstarren.
  • Herzklopfen und Heart or Pass sind die Spielvarianten: Profile anschauen und Ja oder Nein sagen, ein bisschen wie bei den Wisch-Apps.
  • Keine Lesebestätigungen. Das ist Absicht. Niemand sieht, ob du seine Nachricht schon gelesen hast.
  • Fotos im Chat gehen erst nach ein paar Nachrichten und nur mit Einverständnis, höchstens fünf pro Chat. Sie kommen verschwommen an und verschwinden 24 Stunden nach dem Öffnen.
  • Nachrichten in deinem Namen. Das System verschickt einige automatische Hinweise, etwa wenn es dich bittet, dein Profil zu ergänzen, oder bei Reaktionen auf Fotos. Nicht alles, was bei jemandem ankommt, hast du selber geschrieben. Gut zu wissen, bevor man sich über eine seltsame Nachricht wundert.
  • Gratis-Profile, die sechs Monate lang nicht benutzt werden, dürfen ohne Vorwarnung gelöscht werden.

Sicherheit

be2 nennt KI-Technik, Massnahmen zur Profilprüfung, SSL-Verschlüsselung und Meldewerkzeuge. Fotos werden automatisch geprüft, und wenn jemand ein Profil meldet, schaut ein Mensch hin. Eine systematische Ausweiskontrolle für alle beschreibt die Seite nicht. Die Videoanrufe laufen über be2, deine Telefonnummer bleibt also bei dir, bis du sie selber herausgibst.

Eine Kleinigkeit für Leute, die gern AGB lesen: In den Schweizer AGB steht immer noch ein Satz, der offensichtlich aus der österreichischen Version kopiert wurde, von einer Nutzung «ausserhalb der Republik Österreich». Das ändert nichts am Vertrag, zeigt aber, wie diese Texte entstehen. Und wer gegen die Regeln verstösst und gesperrt wird, dem kann be2 bis zu CHF 325 in Rechnung stellen, bei gewerblicher Nutzung sogar mehr.

Preise

LaufzeitTotalPro MonatVerlängert sich zu
3 MonateCHF 359.70CHF 119.90weitere 3 Monate
6 MonateCHF 479.40CHF 79.90weitere 6 Monate für CHF 599.40
12 MonateCHF 718.80CHF 59.90weitere 12 Monate

Die Zahlen stammen von der Bestellseite. Achte auf die mittlere Zeile: Das 6-Monats-Abo wird bei der Verlängerung CHF 120 teurer. be2 kann die Zahlung laut AGB auch in Monats- oder Wochenraten aufteilen. Mehrere Testberichte erwähnen eine Kontaktgarantie, bei der die Laufzeit gratis verlängert wird, wenn du weniger als zehn Kontakte hattest. In den AGB habe ich sie nicht gefunden, verlassen würde ich mich darauf nicht.

Kündigen ohne Ärger

  1. Trag dir am Tag des Kaufs das Datum «Ablauf minus 4 Wochen» in die Agenda ein. Die Frist steht beim Kauf auf der Bestellseite.
  2. Kündige über den Link «Verträge hier kündigen» ganz unten auf der Seite. Alternativ geht ein unterschriebener Brief.
  3. Hast du in der App über Apple oder Google bezahlt, kündigst du dort, nicht bei be2.
  4. Profil löschen oder App löschen kündigt nichts. Das ist der häufigste Fehler überhaupt.

Ein Widerrufsrecht von 14 Tagen wie in der EU kennen die Schweizer AGB nicht. Wer bezahlt, ist drin.

Ein Pool, viele Eingänge

In den AGB von be2 steht, dass Profile allen Kunden vorgeschlagen werden, egal über welche Seite der Gruppe sie sich angemeldet haben, und dass es eine zentrale Datenbank gibt. Das ist der wichtigste Satz für alle, die zwischen den Schwestern schwanken:

SeiteSchaufenster fürUnterschied zu be2
Academic Singlesgebildete SinglesBildung zählt im Matching mehr
VerliebtAb30Singles in den DreissigernAnsprache und Altersfilter
Verliebt ab 40Singles ab 40teurer, keine App
Zusammen.chSingles ab 50Umfeld ab 50, gleiche Preise
Aktiv & Verliebtsportliche Singleskeine App

Wer keinen besonderen Grund für ein Schaufenster hat, nimmt den grössten Eingang: be2, mit App und den tiefsten Preisen der Gruppe.

Wie es sich von innen anfühlt

AGB lesen ist das eine. Wie viele Nachrichten in Zürich wirklich kommen, wie gut die Vorschläge nach zwei Wochen noch sind und ob die Kündigung so glatt läuft wie beschrieben, sieht man nur mit einem echten Konto. Mein Rat darum: Nutz zuerst alles, was gratis ist. Mach den Test in Ruhe, schau dir eine Woche lang die Vorschläge an und schick ein paar Lächeln. Wenn dann Antworten kommen und die Vorschläge in deiner Region liegen, lohnt sich Premium. Wenn nicht, hast du nichts bezahlt und weisst trotzdem mehr als nach jedem Testbericht.

Häufige Fragen

Ist be2 seriös?

Ja. Klarer Betreiber mit Adresse in Luxemburg, öffentliche AGB, Kündigung online möglich. Die Kritik, die man im Netz liest, betrifft fast immer die automatische Verlängerung, und die steht in den AGB.

Kann ich be2 gratis nutzen?

Teilweise. Test, Vorschläge und die kleinen Kontaktfunktionen sind gratis. Fotos sehen und frei schreiben geht nur mit Premium.

Warum sehe ich auf Zusammen.ch dieselben Leute wie auf be2?

Weil es eine gemeinsame Datenbank gibt. Die Seiten sind verschiedene Eingänge zum selben Pool.

Wie lange vorher muss ich kündigen?

Spätestens 4 Wochen vor Ablauf, so steht es beim Kauf. Sonst verlängert sich das Abo um dieselbe Laufzeit.

Meine Einordnung

be2 ist nicht aufregend, und das ist als Kompliment gemeint. Eine solide Seite für Leute, die etwas Ernstes suchen, mit klaren Regeln und einem Haken, den man kennen muss: die Verlängerung. Wer sich das Datum merkt, bekommt für CHF 60 bis 120 im Monat Zugang zum grössten Pool der Schweizer Partnervermittlungen. Und wenn es klappt, weisst du, wo du das Menü fürs erste Date findest.

Wer hier kocht

LiviaLivia, 37, Zürich. Acht Jahre Gastronomie, heute Büro und Wochenendherd. Keine Kurse, keine Abende zum Buchen: Rezepte und ein ehrlicher Blick auf die Dating-Seiten.
Mehr über mich ›

Die Rangliste

  • 1be2
  • 2eDarling
  • 3C-Date
  • 4Academic Singles
  • 5Aktiv & Verliebt
  • 6Verliebt ab 40
  • 7Zusammen.ch

Sieben Plattformen, ein Betreiber im Hintergrund, keine Werbelinks. Zum Vergleich

Zum Nachkochen

Das Menü fürs erste Date steht in Etappen da: was man am Vorabend macht, was um 17 Uhr, was erst, wenn es klingelt.

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